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A Tavola

Der Herbst ist da und bringt wieder viel Schönes mit sich: Ich freue mich auf Momente, in denen die Sonne das rote Laub der Bäume hinterm Haus in goldiges Licht taucht und die Luft angenehm nach Erde und Laub riecht, auf gemütliche Stunden abends auf der Couch bei einem guten Film, Knabbergebäck und einem Glas Rotwein. Ganz besonders freue ich mich auf die deftigen, wieder etwas üppigeren herbstliche Speisen, wie Zwiebelkuchen, Kasseler mit Sauerkraut, Kohlrouladen und leckere Gerichte mit Kürbis – das wird ein Fest.

Geht es Euch auch so? Trotz der Vorfreude auf diese schöne Jahreszeit hätte ich gerne noch etwas länger Sommer gehabt. Ich bin eben ein Sommerkind, dem es am besten geht, wenn es warm ist und die Sonne scheint. Deswegen wünsche ich mir ganz fest, dass der Herbst sich uns noch ein paar Tage im Sommergewand zeigt. Dann kann ich meine geliebten Kleider nochmal anziehen und gemütlich mit meinem Freund, Freunden oder der Familie den Tag draußen verbringen, Spaziergänge durch das schöne Ruhrgebiet unternehmen und vielleicht draußen noch einmal ein schönes Picknick veranstalten.

Wenn dem Wettergott dieses Jahr jedoch lieber herbstliche Temperaturen und schlechteres Wetter gefallen, hole ich mir das Sommerfeeling anderweitig zurück: Den ganzen Sommer über hat mich ein besonderes italienisches Kochbuch begleitet, das auch jetzt im Herbst noch öfters mit mir die Zeit in der Küche verbringen wird. In „A Tavola!“, erschienen im Südwest Verlag, nimmt uns Christian Henze mit in einen kulinarischen Kurzurlaub nach Italien. Im Verlaufe des Buches präsentiert er uns Rezepte, die uns seine persönliche Interpretation und Faszination der besonders aromatischen cucina italiana näher bringen sollen.

A Tavola von Christian Henze ©Südwestverlag/Mike Meyer
ISBN 978-3-517-09319-2

Gespeist wird in Italien am liebsten in fröhliche Atmosphäre im Kreise der Familie und Freunden. Daher kommt es nicht von ungefähr, dass er sein Buch „A Tavola!“ genannt hat, das so viel bedeutet, wie „bei Tisch zu Gast sein“. Dieses Motto setzte Christian Henze auch bei der Gestaltung des Buches um. Eine aufwändig und liebevoll gestaltete Fotoreportage zwischen den Rezepten im Buch zeigt ihn mit Freunden und Familie beim gemeinsamen Kochen, Speisen, Genießen und Lachen. Beim Durchblättern erhält man den Eindruck, dass für das Shooting dieser Reportage eine ausgedehnte Reise nach Italien angetreten wurde. Tatsächlich wurden alle Fotos jedoch in der eigenen Heimat geschossen. Als Location diente der historisch restaurierte Holunderhof im mittelfränkischen Rittern. Damit tritt er den Beweis an, dass man sich italienischen Flair auch nach Deutschland holen kann – schon mit typischen mediterranen Accessoires und ein bisschen Liebe sowie Geschick ist es gar nicht schwer, Italien in deutsche Küchen, Wohnzimmer und Gärten zu zaubern. Wenn man zum Kochen und Genießen dann noch Freunde oder Familie um sich hat, mit denen man sich Wohlfühlen und Spaß haben kann, ist die Illusion perfekt.

A Tavola ©Südwestverlag/Mike Meyer

Christian Henze möchte mit seinen Rezepten zeigen, dass gutes Essen nicht aufwändig sein muss. Deswegen richtet sich dieses Buch an Menschen mit einem oft stressigen Alltag, die z.B. den Beruf und die Familie unter einen Hut bekommen und trotzdem nicht auf Genuss verzichten müssen. Kinder sind bei mir zwar noch nicht im Haus, aber ansonsten gehöre ich wohl zur genannten Zielgruppe. Beide Gerichte, die ich bisher aus dem Buch nachgekocht habe, gab es zum Abendessen und ich habe sie erst nach der Arbeit zubereitet. Viel Zeit in der Küche habe ich für die Zubereitung beider Gerichte nicht verbracht und konnte den Rest des Abends auf der Couch entspannen.

Als erstes Rezept habe ich die Pasta mit Tomaten-Rotwein-Sauce nachgekocht. Wenn ich nur den Titel gelesen hätte, hätte ich dem Rezept wohl keine weitere Beachtung geschenkt, da ich meine liebste Tomatensaucenvariante bereits gefunden habe. Die Zutatenliste und das Foto zum Gericht verrieten jedoch, dass viel mehr hinter dem Titel steckt und ich wurde neugierig, wie eine Melange aus Sardellen, Rosinen, Knoblauch und Mandeln in einer Tomaten-Rotwein-Sauce wohl schmecken wird. Meine Neugierde wurde belohnt, denn alle Zutaten harmonierten sehr gut miteinander – einfach köstlich diese ausgewogene süß, säuerliche Pastasauce mit Knoblauchnote und crunchigen Mandeln – ich mag es, wenn ein Gericht Biss hat.

A Tavola Pasta mit Tomaten-Rotwein-Sauce

Als nächstes habe ich das Rezept für Omelett mit gebratenem Fenchel und Feigen nachgekocht. Auch hier wollte ich mich vom Geschmack überraschen lassen, denn ein Omelett dieser Art hatte ich bisher noch nie gegessen. Ich wurde nicht enttäuscht – wieder harmonisierten alle Zutaten sehr gut miteinander.

A Tavola Omelett mit gebratenem Fenchel und Feigen

Meine Vorfreude weitere Geschmacksexplosionen durch Christian Henzes Rezepte ist groß und ich bin mir sicher, dass ich noch einige erwarten kann. Die folgenden Rezepte sind mir dafür besonders ins Auge gefallen und haben sicherlich Potenzial:

marinierte Pilze mit geschmolzenem Mozzarella

A Tavola marinierte Pilze mit geschmolzenem Mozzarella ©Südwestverlag/Monica Schürle und Maria Grossmann 

schaumiges Parmesansüppchen mit grünem Pesto

Frittierte Pizza mit Fontina

Tramezzini-Piccata mit Pilzragout

Fischfilet in mediterraner Kruste mit Aprikosenpesto

Muscheln in cremiger Knoblauchsauce

A Tavola Muscheln ©Südwestverlag/Monica Schürle und Maria Grossmann  

Insgesamt kann ich, wie Ihr sicherlich beim Lesen der Rezension bereits vermutet habt, dieses Kochbuch wärmstens empfehlen. Mehr als die Hälfte der Rezepte habe ich mir zum Nachkochen markiert – ich habe also in diesem Buch deutlich mehr Rezepte für meine To Cook Liste entdeckt, als es in vielen anderen Kochbüchern der Fall war. Viele italienische Kochbücher stehen bei mir im Regal, dennoch wiederholen sich hier die schon bekannten Rezepte kaum und es eröffnete sich mir eine neue Seite der italienischen Geschmackswelt. Für Kochbuchliebhaber und Sammler ist ebenfalls erwähnenswert, dass das Buch nicht nur inhaltlich meinen Vorstellungen von einem guten Kochbuch entspricht sondern auch die Verarbeitung besonders gelungen ist. Das Buch besitzt einen Hardcover Einband und wurde auf einem starken, matten Papier gedruckt. Es macht sich also auch besonders gut neben anderen Kochbüchern oder auf dem Lesestapel auf dem Wohnzimmertisch.


Rezensionsexemplar sponsored / Nach einem Urteil des EuGH von 2011 müssen Beiträge die z.B. durch Rezensionsexemplare unterstützt werden, gekennzeichnet werden. Eine inhaltliche Einflussnahme seitens der Unternehmen findet auf meinem Blog nicht statt!

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